Letzte Aktualisierung: März 2026 | Lesezeit: ca. 7 Min.
Warum der öffentliche Sektor für mittelständische IT-Beratungen kein Nebenschauplatz sein sollte — sondern eine strategische Säule.
Auf einen Blick
- ~50 Mrd. EUR jährliches IT-Beschaffungsvolumen im öffentlichen Sektor
- §97 Abs. 4 GWB verpflichtet zur Losaufteilung — explizite Mittelstandsförderung
- 30–40 % öffentlicher Umsatzanteil als empfohlenes Mischungsverhältnis für Stabilität
- 15–20 Stunden Aufwand pro Angebot nach kurzer Einarbeitungsphase
- 2–4 Jahre typische Laufzeit von Rahmenverträgen mit Verlängerungsoptionen
Wenn Sie als Vertriebsleiter oder Geschäftsführer einer IT-Beratung mit 50 bis 100 Mitarbeitern Ihre Umsatzquellen analysieren, fällt das Bild vermutlich vertraut aus: Bestandskunden in der Privatwirtschaft, projektbasierte Aufträge über persönliche Netzwerke, vielleicht einige Rahmenverträge mit größeren Unternehmen. Der öffentliche Sektor? Taucht in vielen Vertriebsstrategien bestenfalls als Fußnote auf.
Das ist ein strategischer Fehler. Und einer, der sich beziffern lässt.
Der Markt: Größer als die meisten denken
Deutschland gibt jährlich rund 50 Milliarden Euro für IT-Beschaffung im öffentlichen Sektor aus. Bund, Länder und Kommunen investieren massiv in Digitalisierung — getrieben durch das Onlinezugangsgesetz (OZG), die Registermodernisierung, die Verwaltungscloud-Strategie und nicht zuletzt durch wachsende Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz.
Allein das Beschaffungsamt des BMI wickelt jährlich IT-Rahmenverträge im Milliardenbereich ab. Dazu kommen die Ausschreibungen der Landesrechenzentren, der kommunalen IT-Dienstleister wie Dataport, AKDB oder ekom21, der Bundeswehr, der Forschungseinrichtungen und der Sozialversicherungsträger.
Zum Vergleich: Wenn Ihre Beratung einen Jahresumsatz von 8 bis 15 Millionen Euro erzielt, sprechen wir hier von einem adressierbaren Markt, der mehrere tausend Mal größer ist als Ihr aktueller Umsatz. Selbst wenn nur ein Bruchteil dieser Ausschreibungen zu Ihrem Profil passt, reden wir über Dutzende bis Hunderte relevanter Gelegenheiten pro Jahr.
Und die Dynamik zeigt klar nach oben. Die Bundesregierung hat allein für die OZG-Umsetzung mehrere Milliarden Euro eingeplant. Die Cyberagentur in Halle vergibt Forschungsaufträge im Bereich IT-Sicherheit. Nahezu jedes Bundesland baut eigene Cloud-Infrastrukturen auf. Hinzu kommen Sonderprogramme wie das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), das erhebliche IT-Budgets im Gesundheitssektor freigesetzt hat. Der öffentliche IT-Markt wächst nicht nur — er wächst schneller als der privatwirtschaftliche.
Die Frage ist nicht, ob der Markt groß genug ist. Die Frage ist, warum Sie ihn noch nicht systematisch bearbeiten.
Die drei großen Einwände — und warum sie nicht mehr stimmen
In Gesprächen mit IT-Beratungen hören wir immer wieder die gleichen Vorbehalte. Lassen Sie uns diese einzeln durchgehen.
Einwand 1: „Zu bürokratisch"
Häufiger Fehler: Den bürokratischen Aufwand überschätzen. Nach den ersten 3–4 Bewerbungen berichten die meisten IT-Beratungen von nur noch 15–20 Stunden Aufwand pro Angebot — vergleichbar mit einem RFP-Prozess in der Privatwirtschaft.
Ja, öffentliche Vergabeverfahren haben Formalien. Sie müssen Eignungsnachweise beibringen, Referenzen strukturiert darstellen und Fristen einhalten. Aber seien wir ehrlich: Ist das wirklich so anders als ein RFP-Prozess bei einem DAX-Konzern? Dort brauchen Sie auch Zertifizierungsnachweise, Unternehmensdarstellungen und Compliance-Dokumentation.
Der entscheidende Unterschied: Im öffentlichen Sektor sind die Regeln transparent und für alle gleich. Es gibt keine undurchsichtigen Entscheidungsprozesse, keine Bevorzugung langjähriger Lieferanten ohne sachlichen Grund, kein „der Auftrag war eigentlich schon vergeben, bevor die Ausschreibung veröffentlicht wurde" — jedenfalls deutlich seltener als in der Privatwirtschaft.
Wenn Sie einmal Ihre Standarddokumentation aufgebaut haben — Referenzliste, Eignungsnachweise, Unternehmensdarstellung, Handelsregisterauszug, Unbedenklichkeitsbescheinigungen — dann ist die Bewerbung auf eine neue Ausschreibung kein bürokratischer Kraftakt mehr, sondern ein strukturierter Prozess. Viele IT-Beratungen berichten, dass sie nach den ersten drei bis vier Bewerbungen eine Routine entwickelt haben, die pro Angebot nur noch 15 bis 20 Stunden Aufwand bedeutet.
Einwand 2: „Zu langsam"
Vergabeverfahren dauern. Von der Veröffentlichung bis zum Zuschlag vergehen oft drei bis sechs Monate, bei komplexen Verfahren auch länger. Aber betrachten Sie das aus der Vertriebsperspektive: Auch ein Enterprise-Deal in der Privatwirtschaft hat einen Sales Cycle von drei bis neun Monaten.
Der Unterschied zum privatwirtschaftlichen Vertrieb: Bei öffentlichen Ausschreibungen kennen Sie den Zeitplan von Anfang an. Die Angebotsfrist steht fest. Die Zuschlagsfrist steht fest. Sie können Ihre Ressourcen planen. Sie wissen, wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können. Das ist kein Nachteil — das ist ein Planungsvorteil, den Ihnen kein privatwirtschaftlicher Kunde bietet.
Und wenn Sie den Zuschlag erhalten, sind die Vertragslaufzeiten oft deutlich länger als in der Privatwirtschaft: Rahmenverträge über zwei bis vier Jahre, mit Verlängerungsoptionen. Das bedeutet Planungssicherheit für Ihre Mitarbeiterauslastung.
Einwand 3: „Nur für große Unternehmen"
Dieser Einwand ist der hartnäckigste — und der am leichtesten zu widerlegende.
Key Takeaway: §97 Abs. 4 GWB schreibt die Aufteilung in Teil- und Fachlose vor — das Vergaberecht fördert den Mittelstand aktiv. Sie müssen nicht gegen Accenture um das Gesamtpaket konkurrieren.
Das deutsche Vergaberecht enthält explizite Regelungen zur Förderung des Mittelstands. Paragraph 97 Absatz 4 GWB schreibt vor, dass Leistungen in der Menge aufgeteilt (Teillose) und getrennt nach Art oder Fachgebiet (Fachlose) vergeben werden sollen. Das heißt: Ein großes IT-Projekt bei einer Bundesbehörde wird in der Regel nicht als Ganzes an einen einzigen Anbieter vergeben, sondern in handhabbare Lose aufgeteilt.
Konkret bedeutet das: Wenn ein Bundesministerium einen Rahmenvertrag für Java-Entwicklung, IT-Sicherheitsberatung und Projektmanagement ausschreibt, gibt es oft separate Lose für jede dieser Leistungen. Ein mittelständischer IT-Dienstleister mit starker Java-Expertise kann sich gezielt auf das Java-Los bewerben — ohne mit den Accentures und Capgeminis dieser Welt um das Gesamtpaket konkurrieren zu müssen.
Darüber hinaus setzen viele Vergabestellen bewusst auf Losgrößen, die für Unternehmen Ihrer Größenordnung handhabbar sind. Ein Los über 230 Personentage Windows-Administration oder ein Penetrationstest-Auftrag im Wert von 80.000 Euro — das sind keine Aufträge, die nur Großkonzerne bedienen können. Das sind Aufträge, die perfekt zu einer spezialisierten IT-Beratung mit 50 bis 100 Mitarbeitern passen.
Welche Ausschreibungstypen passen zu Ihnen?
Nicht jede öffentliche Ausschreibung ist für jede IT-Beratung relevant. Aber die Bandbreite ist größer, als viele denken. Hier sind die häufigsten Typen, die für mittelständische IT-Beratungen in Frage kommen:
Rahmenverträge für Softwareentwicklung
Bundes- und Landesbehörden schreiben regelmäßig Rahmenverträge für Java-, .NET- oder SAP-Entwicklung aus. Typische Laufzeiten: zwei Jahre mit Verlängerungsoption auf vier Jahre. Die Abrufvolumina reichen von einigen hundert bis zu mehreren tausend Personentagen. Für eine Beratung mit einem starken Entwicklungsteam sind das ideale Aufträge: planbare Auslastung über einen langen Zeitraum.
Ein aktuelles Beispiel: Das Bayerische Landesamt für Steuern schreibt regelmäßig Rahmenverträge für Java-Softwareentwicklung im Bereich Identity and Access Management aus. Auftragsvolumen im mittleren einstelligen Millionenbereich. Anforderungen: Java-Expertise, IAM-Erfahrung, Sicherheitsüberprüfung — alles Dinge, die eine spezialisierte Beratung mitbringen kann.
IT-Sicherheit und Penetrationstests
Mit der zunehmenden Bedrohungslage wächst der Bedarf der öffentlichen Hand an IT-Sicherheitsleistungen. Penetrationstests, Sicherheitsaudits, BSI-Grundschutz-Beratung — diese Leistungen werden häufig als eigenständige Lose ausgeschrieben und sind prädestiniert für spezialisierte, mittelständische Anbieter.
Ein Penetrationstest-Auftrag für eine Landesbehörde hat typischerweise ein Volumen von 50.000 bis 150.000 Euro und eine Laufzeit von wenigen Wochen bis Monaten. Das Volumen ist überschaubar, der Deckungsbeitrag bei spezialisierten Anbietern aber hoch — und die Referenz ist Gold wert für weitere öffentliche Aufträge.
Staff Augmentation und Beratungsleistungen
Behörden und öffentliche IT-Dienstleister suchen regelmäßig externe Spezialisten für definierte Zeiträume. 230 Tage Systemadministration im Windows-Umfeld, 180 Tage SAP-Beratung, 120 Tage Projektleitung für ein Migrationsprojekt — die Nachfrage nach qualifizierten IT-Fachkräften im öffentlichen Sektor ist enorm.
Diese Aufträge sind besonders interessant, weil sie Ihnen helfen, Auslastungslücken zu füllen. Wenn ein Beraterprofil gerade nicht in einem Privatkundenprojekt gebunden ist, kann ein öffentlicher Auftrag die Lücke planbar schließen.
Dynamische Beschaffungssysteme (DPS)
Ein relativ neues, aber zunehmend beliebtes Instrument: Dynamische Beschaffungssysteme ermöglichen es Auftraggebern, über einen längeren Zeitraum Einzelaufträge an qualifizierte Anbieter zu vergeben. Die Eintrittsbarriere ist niedrig — Sie qualifizieren sich einmal für das System und können dann an allen Einzelausschreibungen innerhalb des Systems teilnehmen.
Organisationen wie uni-assist e.V. nutzen DPS beispielsweise für IT-Dienstleistungen rund um ihre Serviceplattformen. Die Einzelaufträge sind überschaubar, aber die Summe über die Laufzeit des DPS kann erheblich sein.
IT-Infrastruktur und Managed Services
Outsourcing-Verträge für IT-Infrastruktur bei öffentlichen Einrichtungen — von Rechenzentrumsbetrieb über Netzwerkmanagement bis hin zu Cloud-Migration — werden regelmäßig ausgeschrieben. Die Auftragsvolumina können im zweistelligen Millionenbereich liegen, werden aber häufig in Lose aufgeteilt, die auch für mittelständische Anbieter bedienbar sind.
Ein Beispiel aus der Praxis: Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) hat in der Vergangenheit IT-Infrastruktur-Outsourcing-Verträge ausgeschrieben, bei denen BAIT-Compliance und BaFin-Anforderungen eine zentrale Rolle spielen. Für eine IT-Beratung, die bereits Erfahrung mit regulierten Branchen hat, sind solche Aufträge besonders attraktiv — denn die Spezialisierung schafft eine Eintrittsbarriere, die Generalisten-Großkonzerne nicht ohne Weiteres überwinden können.
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Der strategische Vorteil: Planbarkeit
Lassen Sie uns über den vielleicht wichtigsten Aspekt sprechen, der in der Kosten-Nutzen-Betrachtung oft untergeht: die Planbarkeit.
In der Privatwirtschaft ist Ihr Auftragseingang volatil. Ein Großkunde friert sein Budget ein, ein Projekt wird verschoben, ein Wettbewerber unterbricht den Deal — und plötzlich haben Sie eine Auslastungslücke. Jeder Vertriebsleiter kennt das Auf und Ab.
Öffentliche Aufträge funktionieren anders. Die Haushalte werden langfristig geplant. Wenn eine Behörde für 2027 ein IT-Modernisierungsprojekt im Haushalt hat, wird dieses Projekt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch ausgeschrieben. Und es wird ausgeschrieben, bevor das Geld ausgegeben werden kann — nicht danach.
Das bedeutet: Öffentliche Ausschreibungen sind vorhersehbar. Sie können Trends erkennen. Wenn der Bund die OZG-Umsetzung beschleunigt, werden mehr Digitalisierungsprojekte ausgeschrieben. Wenn die BSI-Standards verschärft werden, steigt die Nachfrage nach IT-Sicherheitsberatung. Wenn ein Bundesland seine Rechenzentren konsolidiert, kommen Migrationsaufträge auf den Markt.
Für Ihre Vertriebsplanung ist das ein enormer Vorteil. Sie können Ihre Pipeline nicht nur auf Basis bestehender Ausschreibungen aufbauen, sondern auch auf Basis angekündigter Vorhaben und politischer Weichenstellungen. Das macht Ihren Forecast deutlich belastbarer als eine rein privatwirtschaftliche Pipeline.
Key Takeaway: Öffentliche Haushalte sind langfristig geplant — das macht Ausschreibungen vorhersehbar. Wer politische Weichenstellungen beobachtet, kann Kapazitäten und Angebote vorbereiten, bevor die Ausschreibung live geht.
Ein konkretes Beispiel: Wenn Sie wissen, dass der Freistaat Sachsen die Digitalisierung seiner Kfz-Zulassung (i-Kfz) vorantreibt, können Sie damit rechnen, dass in den kommenden Monaten Ausschreibungen für Sicherheitsaudits und Penetrationstests in diesem Umfeld veröffentlicht werden. Sie können Ihre Kapazitäten entsprechend planen und Ihre Angebotsunterlagen vorbereiten, bevor die Ausschreibung überhaupt live geht.
Das Mischungsverhältnis stimmt
Praxis-Tipp: Streben Sie einen öffentlichen Umsatzanteil von 30–40 % an. So profitieren Sie von der Stabilität öffentlicher Aufträge, ohne auf die Dynamik des Privatmarktes zu verzichten.
Wir empfehlen nicht, Ihren privatwirtschaftlichen Vertrieb aufzugeben und ausschließlich auf öffentliche Aufträge zu setzen. Aber eine gesunde Mischung — etwa 30 bis 40 Prozent öffentlicher Umsatzanteil — gibt Ihrem Unternehmen eine Stabilität, die rein privatwirtschaftlich aufgestellte Beratungen nicht haben.
Stellen Sie sich vor: Sie haben zwei laufende Rahmenverträge mit Bundesbehörden, die Ihnen eine Grundauslastung von 20 Beratern über zwei Jahre sichern. Darüber hinaus bedienen Sie Ihre Bestandskunden in der Privatwirtschaft. In einer Konjunkturabschwächung, wenn privatwirtschaftliche Kunden Projekte verschieben, haben Sie durch die öffentlichen Aufträge einen stabilen Sockel. Das ist kein theoretisches Szenario — es ist genau das, was IT-Beratungen während der Corona-Krise erlebt haben, als privatwirtschaftliche Budgets einbrachen, aber der öffentliche Sektor seine Digitalisierung beschleunigte.
Die praktische Hürde: Den Überblick behalten

Wenn der Markt so attraktiv ist — warum bearbeiten ihn dann nicht mehr mittelständische IT-Beratungen systematisch?
Die Antwort liegt nicht in der mangelnden Attraktivität des Marktes, sondern in der praktischen Hürde, relevante Ausschreibungen überhaupt zu finden. Öffentliche Aufträge werden auf einer Vielzahl von Plattformen veröffentlicht: TED (Tenders Electronic Daily) für EU-weite Ausschreibungen, die Vergabeplattformen der Bundesländer, die Ausschreibungsdienste der Kommunen, branchenspezifische Portale.
Wer alle relevanten Quellen abdecken will, muss täglich fünf bis zehn Plattformen prüfen, Suchfilter pflegen und Ergebnisse bewerten. Das kostet leicht 30 bis 60 Minuten pro Tag — Zeit, die Ihr Vertriebsteam besser in die Angebotserstellung investieren sollte.
Und selbst wer sich diese Zeit nimmt, verpasst Ausschreibungen. Weil die Suchfilter zu eng waren. Weil eine Ausschreibung auf einer Plattform veröffentlicht wurde, die man nicht auf dem Radar hatte. Weil die Ausschreibung unter einem unerwarteten CPV-Code lief.
Genau hier setzt Tendit an. Statt manuell Plattformen zu durchsuchen, analysiert Tendit Ausschreibungen automatisch und gleicht sie mit Ihrem Firmenprofil ab: Ihre Technologieexpertise, Ihre Zertifizierungen, Ihre Referenzen, Ihre geografische Reichweite. Sie erhalten nur die Ausschreibungen, die tatsächlich zu Ihrem Profil passen — mit einer Einschätzung der Passung und der wichtigsten Anforderungen auf einen Blick.
Für eine IT-Beratung mit 50 bis 100 Mitarbeitern bedeutet das: Sie können den öffentlichen Markt systematisch bearbeiten, ohne dafür eine eigene Vergabeabteilung aufbauen zu müssen. Ihre Vertriebsmitarbeiter verbringen ihre Zeit mit der Angebotserstellung für relevante Ausschreibungen — nicht mit der Suche nach ihnen.
Was Sie morgen tun können
Falls Sie bisher ausschließlich in der Privatwirtschaft tätig waren, finden Sie in unserem Artikel Von der Privatwirtschaft in den Public Sector eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einstieg. Wenn Sie den öffentlichen Sektor als Vertriebskanal erschließen wollen, sind hier die konkreten ersten Schritte:
1. Bestandsaufnahme Ihrer Eignungsnachweise: Prüfen Sie, welche Zertifizierungen und Nachweise Sie bereits haben. ISO 27001, BSI IT-Grundschutz, ITIL — vieles davon haben IT-Beratungen Ihrer Größe bereits. Identifizieren Sie Lücken und schließen Sie diese.
2. Referenzdokumentation aufbauen: Öffentliche Auftraggeber verlangen strukturierte Referenzen. Erstellen Sie für Ihre wichtigsten Projekte der letzten drei Jahre standardisierte Referenzblätter mit Auftraggeber, Leistungsumfang, Technologien und Volumen.
3. Vergaberecht-Grundlagen verstehen: Sie müssen kein Vergaberechtler werden. Aber die Grundlagen — Unterschied zwischen offenen und nichtoffenen Verfahren, Verhandlungsverfahren, Eignungskriterien versus Zuschlagskriterien — sollten Sie kennen. Ein halbtägiger Workshop reicht für den Einstieg.
4. Relevante Ausschreibungen identifizieren: Und hier wird es operativ. Statt manuell Plattformen zu durchsuchen, nutzen Sie ein Tool, das diese Arbeit für Sie erledigt. Tendit durchsucht die relevanten Vergabeplattformen automatisch und liefert Ihnen die Ausschreibungen, die zu Ihrem Profil passen.
5. Die erste Bewerbung einreichen: Fangen Sie mit einer Ausschreibung an, die gut zu Ihrem Profil passt und bei der Sie realistische Chancen haben. Sammeln Sie Erfahrung mit dem Prozess. Ab der dritten oder vierten Bewerbung wird es Routine.
💡 Praxis-Tipp: Starten Sie mit einem kleineren Auftrag (z. B. Penetrationstest oder Personalgestellung), bei dem die Formalia überschaubar sind. So sammeln Sie Erfahrung und Referenzen für größere Rahmenverträge.
Zusammenfassung
- Der öffentliche IT-Markt ist ein Milliarden-Markt mit expliziter Mittelstandsförderung und transparenten Regeln
- Die drei häufigsten Einwände (Bürokratie, Langsamkeit, „nur für Große") halten einer Prüfung nicht stand
- Rahmenverträge, Penetrationstests, Staff Augmentation und DPS bieten Auftragsgrößen, die perfekt zu mittelständischen IT-Beratungen passen
- 30–40 % öffentlicher Umsatzanteil gibt Ihrem Unternehmen Stabilität in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
- Der einzige echte Engpass ist die systematische Identifikation relevanter Ausschreibungen — und den können Sie mit Tendit lösen
Fazit: Kein Nebenschauplatz, sondern strategische Säule
Öffentliche Aufträge für IT-Berater sind kein exotischer Nischenmarkt. Sie sind ein Milliarden-Markt mit expliziter Mittelstandsförderung, transparenten Regeln und planbaren Umsätzen. Für eine IT-Beratung mit 50 bis 100 Mitarbeitern bieten sie die Möglichkeit, eine stabile zweite Umsatzsäule aufzubauen — eine, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten trägt und in guten Zeiten das Wachstum beschleunigt.
Die Eintrittshürde ist geringer, als viele denken -- doch es gibt typische Stolperfallen, die Sie kennen sollten. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Artikel über die häufigsten Gründe, warum IT-Mittelständler keine öffentlichen Aufträge gewinnen. Die Losaufteilung schafft Auftragsgrößen, die zu Ihrem Unternehmen passen. Die Formalia sind nach einer kurzen Einarbeitungsphase Routine. Und die Planbarkeit der Aufträge gibt Ihrem Unternehmen eine Stabilität, die der privatwirtschaftliche Projektmarkt allein nicht bieten kann.
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