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Open Source in der Verwaltung: IT-Chancen

Von Bruno Polster · 23. Februar 2026 · 11 Min. Lesezeit

Letzte Aktualisierung: März 2026 | Lesezeit: ca. 10 Min.

Die deutsche Verwaltung setzt zunehmend auf Open-Source-Software. Was vor wenigen Jahren noch ein Nischenthema war, ist heute politisches Programm: vom Koalitionsvertrag über die Sovereign-Tech-Strategie bis hin zu konkreten Migrationsprojekten in den Bundesländern. Für mittelständische IT-Dienstleister eröffnet sich ein wachsender Markt mit niedrigeren Eintrittsbarrieren als bei proprietären Lösungen. Dieser Artikel zeigt, welche Ausschreibungen entstehen, welche Kompetenzen gefragt sind und wie Sie sich positionieren.

Auf einen Blick:
- „Open Source First"-Politik auf Bundes- und Landesebene verankert — kein Trend, sondern Strategie
- Schleswig-Holstein migriert 25.000 Arbeitsplätze von Microsoft Office/Windows zu LibreOffice/Linux
- Schlüsselprojekte: openDesk, Phoenix, Open CoDE und OZG-Referenzimplementierungen
- Open-Source-Ausschreibungen haben oft kleinere Losgrößen — ideal für den Mittelstand
- Gefragte Technologien: Linux, Kubernetes, Nextcloud, Keycloak, LibreOffice


Der politische Rückenwind: Warum Open Source in der Verwaltung kein Trend, sondern Strategie ist

Die Hinwendung der deutschen Verwaltung zu Open-Source-Software ist kein Zufall und keine Mode. Sie ist das Ergebnis jahrelanger politischer Diskussion über digitale Souveränität, Herstellerabhängigkeit und die Frage, wer die kritische Infrastruktur eines Landes kontrolliert.

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung formuliert es klar: Öffentliche IT-Projekte sollen bevorzugt auf Open-Source-Software setzen. Die Begründung ist dreifach: Erstens reduziert Open Source die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern — eine Lehre aus der Dominanz von Microsoft, SAP und Oracle in der Verwaltungs-IT. Zweitens ermöglicht Open Source Transparenz und Nachprüfbarkeit, was im öffentlichen Sektor ein besonderes Gewicht hat. Drittens können Open-Source-Lösungen von der gesamten Verwaltung nachgenutzt werden, statt dass jede Behörde eigene proprietäre Lizenzen erwirbt.

Das Zentrum Digitale Souveränität (ZenDiS) wurde als zentrale Stelle gegründet, um Open-Source-Projekte für die Verwaltung zu koordinieren. Der Sovereign Tech Fund finanziert die Weiterentwicklung kritischer Open-Source-Infrastruktur. Und auf Landesebene haben mehrere Bundesländer konkrete Open-Source-Strategien verabschiedet.

Das ist kein Lippenbekenntnis. Es fließt echtes Geld. Und wo Geld fließt, entstehen Ausschreibungen.

Schleswig-Holstein als Vorreiter: Was die LibreOffice-Migration signalisiert

Das Land Schleswig-Holstein hat eine Entscheidung getroffen, die weit über die Landesgrenzen hinaus Signalwirkung hat: Die gesamte Landesverwaltung migriert von Microsoft Office zu LibreOffice. Parallel dazu wird Microsoft Windows durch Linux ersetzt. Es handelt sich um rund 25.000 Arbeitsplätze — kein Pilotprojekt, sondern eine strategische Entscheidung.

Die Dienstleistungsaufträge, die aus dieser Migration entstehen, sind erheblich:

Schleswig-Holstein ist der Vorreiter, aber nicht der einzige. Thüringen hat eine ähnliche Strategie beschlossen. Andere Bundesländer beobachten die Entwicklung aufmerksam. Wenn die Migration in Schleswig-Holstein gelingt — und die ersten Ergebnisse sind vielversprechend —, werden weitere Länder folgen. Jede dieser Migrationen generiert Ausschreibungsvolumen im zweistelligen Millionenbereich.

Zahlen & Fakten: Die Migration von 25.000 Arbeitsplätzen in Schleswig-Holstein generiert Ausschreibungsvolumen im zweistelligen Millionenbereich — allein für Migrationsplanung, technische Umsetzung, Schulung, Support und Dokumentenmigration. Wenn weitere Bundesländer folgen, multipliziert sich dieses Volumen erheblich.

Für IT-Mittelständler ist das eine historische Chance: Die großen Systemhäuser, die seit Jahrzehnten von Microsoft-Lizenzen und -Dienstleistungen leben, haben wenig Interesse daran, ihren eigenen Markt zu kannibalisieren. Die Migration weg von proprietärer Software erfordert Dienstleister, die Open-Source-Kompetenzen mitbringen — und das sind häufig mittelständische Unternehmen.

Die Schlüsselprojekte: openDesk, Phoenix, Open CoDE und OZG-Referenzimplementierungen

Neben den Migrationsprojekten in den Ländern gibt es eine Reihe von Bundesprojekten, die den Open-Source-Markt in der Verwaltung treiben. Diese Projekte zu kennen ist entscheidend, um die richtigen Ausschreibungen zu finden und Ihre Positionierung darauf auszurichten.

openDesk — Der souveräne Arbeitsplatz.

openDesk ist das Flaggschiffprojekt des ZenDiS. Es handelt sich um eine Arbeitsplatzumgebung für die öffentliche Verwaltung, die vollständig auf Open-Source-Komponenten basiert. Die Bestandteile: Nextcloud für Dateiverwaltung, Collabora Online für Dokumentenbearbeitung, Element/Matrix für Kommunikation, Jitsi für Videokonferenzen, Open-Xchange für E-Mail und Kalender, Keycloak für Identity Management. openDesk soll der Standard-Arbeitsplatz der Bundesverwaltung werden und steht auch den Landes- und Kommunalverwaltungen zur Verfügung. Die Ausschreibungen rund um openDesk betreffen Entwicklung, Integration, Customizing, Betrieb und Support — alles Bereiche, in denen mittelständische Spezialisten gefragt sind.

Phoenix — Die Bundescloud.

Die Cloud-Strategie des Bundes setzt auf eine souveräne Cloud-Infrastruktur, die auf Open-Source-Technologien basiert — ein Thema, das wir auch in unserem Artikel zur Cloud-Migration in der Verwaltung ausführlich behandeln. Phoenix wird vom ITZBund betrieben und nutzt unter anderem OpenStack und Kubernetes. Die Aufträge umfassen Cloud-Architektur, Containerisierung, Automatisierung und Betrieb. Für IT-Dienstleister mit Kubernetes- und Cloud-native-Expertise ein wachsender Markt.

Open CoDE — Die Open-Source-Plattform der Verwaltung.

Open CoDE ist die zentrale Plattform, auf der die Verwaltung ihren Open-Source-Code veröffentlicht und gemeinsam entwickelt. Basierend auf GitLab, bietet sie Versionsverwaltung, CI/CD-Pipelines und Kollaborationswerkzeuge. Für IT-Dienstleister relevant als Referenzplattform: Wer auf Open CoDE Beiträge zu Verwaltungsprojekten leistet, baut Sichtbarkeit und Reputation auf.

OZG-Referenzimplementierungen.

Im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) — eines der zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung — werden Referenzimplementierungen für Verwaltungsdienstleistungen als Open Source entwickelt. Die Idee: Eine Verwaltungsleistung wird einmal als Software implementiert und kann dann von allen Kommunen und Landesverwaltungen nachgenutzt werden. Die Ausschreibungen umfassen Softwareentwicklung, UX-Design, Barrierefreiheit, Schnittstellenentwicklung und Qualitätssicherung.

Welche Arten von Open-Source-Ausschreibungen gibt es?

Der Begriff „Open-Source-Ausschreibung" ist breit. In der Praxis lassen sich verschiedene Typen unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Kompetenzen erfordern:

Migration von proprietärer zu Open-Source-Software. Der aktuell größte Markt. Umfasst die Ablösung von Microsoft Office, Exchange, Windows, Active Directory und ähnlichen Produkten durch Open-Source-Alternativen. Gefragt sind Migrations-Know-how, Kompatibilitätsanalyse, Schulung und Change Management.

Entwicklung von Open-Source-Software für die Verwaltung. Die Verwaltung lässt Software entwickeln, die als Open Source veröffentlicht wird. Das umfasst Web-Anwendungen (meist mit Java, Python oder TypeScript), Schnittstellen (REST-APIs, XÖV-Standards), DevOps-Pipelines und Qualitätssicherung. Die Besonderheit: Der Code muss öffentlich nachvollziehbar sein, was höhere Anforderungen an Code-Qualität, Dokumentation und Security stellt.

Betrieb und Support von Open-Source-Infrastruktur. Verwaltungen, die Open-Source-Software einsetzen, brauchen professionellen Support. Das reicht von Nextcloud-Administration über Kubernetes-Cluster-Management bis hin zu Linux-Client-Management für Tausende von Arbeitsplätzen. Hier sind Betriebserfahrung, SLA-Fähigkeit und ITIL-Prozesse gefragt.

Schulung und Qualifizierung. Die Migration auf Open Source erfordert eine massive Schulung der Verwaltungsmitarbeiter. Von End-User-Schulungen für LibreOffice bis hin zu Administrator-Schulungen für Kubernetes — der Schulungsbedarf ist enorm und wird über Jahre anhalten.

Beratung und Strategieentwicklung. Viele Verwaltungen stehen am Anfang ihrer Open-Source-Strategie und brauchen externe Beratung: Welche Produkte eignen sich? Wie sieht ein realistischer Migrationspfad aus? Welche Risiken gibt es? Wie lässt sich die Akzeptanz bei den Mitarbeitern sichern?

Warum Open Source speziell für den IT-Mittelstand Chancen bietet

Der Open-Source-Markt in der Verwaltung hat Eigenschaften, die mittelständische IT-Dienstleister bevorzugen — im Gegensatz zum klassischen Verwaltungs-IT-Markt, der von Großunternehmen dominiert wird.

Keine Herstellerbindung, keine Partnerprogramme. Im proprietären Markt brauchen Sie einen Gold-Partner-Status bei Microsoft, SAP oder Oracle, um an die lukrativen Aufträge zu kommen. Diese Partnerprogramme bevorzugen systematisch große Unternehmen. Im Open-Source-Markt zählt Kompetenz, nicht Partnerstatus. Wenn Ihre Mitarbeiter Kubernetes beherrschen, können Sie sich auf Kubernetes-Ausschreibungen bewerben — ohne dass Sie ein Zertifizierungsprogramm eines Herstellers durchlaufen müssen.

Kleinere Losgrößen. Open-Source-Projekte werden häufig in kleineren Losen ausgeschrieben als proprietäre Großprojekte. Statt eines einzigen Rahmenvertrags über 50 Millionen Euro für die gesamte IT eines Ministeriums gibt es separate Ausschreibungen für Nextcloud-Betrieb, Keycloak-Integration, Linux-Migration und LibreOffice-Schulung. Jedes dieser Lose hat ein Volumen, das für mittelständische Unternehmen erreichbar ist.

Spezialisierung schlägt Breite. Die großen Systemhäuser haben traditionell breite Kompetenz, aber selten tiefe Open-Source-Expertise. Ein mittelständisches Unternehmen mit 30 Kubernetes-Spezialisten ist für eine Cloud-native-Ausschreibung attraktiver als ein Beratungshaus mit 10.000 Mitarbeitern, von denen 20 Kubernetes können.

Praxis-Tipp: Melden Sie sich auf Open CoDE an und leisten Sie sichtbare Beiträge zu Verwaltungsprojekten. Einige Ausschreibungen fragen explizit nach Community-Beiträgen als Qualifikationsnachweis — das ist eine Referenz, die kein großes Beratungshaus bieten kann.

Community-Beiträge als Referenz. Wenn Ihre Mitarbeiter aktiv zu Open-Source-Projekten beitragen — Commits in Nextcloud, Patches für Keycloak, Beiträge zu Kubernetes —, ist das eine Referenz, die kein großes Beratungshaus bieten kann. Einige Ausschreibungen fragen explizit nach Community-Beiträgen als Qualifikationsnachweis.

Die gefragten Kompetenzen: Ihr Technologie-Stack für den Open-Source-Verwaltungsmarkt

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Welche technischen Kompetenzen sollten Sie aufbauen, um im Open-Source-Verwaltungsmarkt erfolgreich zu sein? Hier die wichtigsten Bereiche:

Linux-Administration. Die Grundlage. Verwaltungen, die von Windows migrieren, brauchen Expertise in Enterprise-Linux-Distributionen — insbesondere Ubuntu, SUSE Linux Enterprise und Red Hat Enterprise Linux. Client-Management, Gruppenrichtlinien-Äquivalente, Softwareverteilung und Desktop-Standardisierung sind Schlüsselthemen.

Container-Orchestrierung mit Kubernetes. Kubernetes ist die De-facto-Standardplattform für Cloud-native-Anwendungen in der Verwaltung. Phoenix basiert darauf, und immer mehr Fachanwendungen werden containerisiert. Gefragt sind Cluster-Aufbau, Monitoring, Sicherheit und Betrieb.

Nextcloud und Collabora. Nextcloud ist die führende Open-Source-Alternative für Dateiverwaltung und Zusammenarbeit. In Kombination mit Collabora Online bietet es eine vollständige Office-Umgebung. Integration, Customizing und Betrieb — einschließlich Hochverfügbarkeit und Skalierung für Tausende von Nutzern — sind gefragte Dienstleistungen.

Identity Management mit Keycloak und OpenID Connect. Keycloak ist der Standard für Identity und Access Management in der Open-Source-Verwaltungswelt. Integration mit bestehenden Verzeichnisdiensten, Single Sign-On, Multi-Faktor-Authentifizierung und die Anbindung an die Verwaltungs-PKI sind typische Anforderungen.

GitLab und CI/CD. Open CoDE basiert auf GitLab, und die Verwaltung nutzt GitLab zunehmend für ihre Softwareentwicklung. DevOps-Expertise, Pipeline-Konfiguration, Code-Review-Prozesse und Security-Scanning sind gefragte Kompetenzen.

Häufiger Fehler: Viele IT-Dienstleister unterschätzen die Komplexität der Dokumentenmigration von Microsoft Office zu LibreOffice. Tausende von Vorlagen mit VBA-Makros in offene Formate zu konvertieren ist ein aufwendiger Prozess — wer das im Angebot als trivial darstellt, verliert an Glaubwürdigkeit gegenüber erfahrenen Vergabestellen.

LibreOffice und Dokumenten-Migration. Für die Ablösung von Microsoft Office braucht die Verwaltung Experten, die Vorlagen, Makros und Formulare migrieren können. Das klingt trivial, ist in der Praxis aber komplex — insbesondere bei Tausenden von Vorlagen mit VBA-Makros.

Matrix/Element für sichere Kommunikation. Die Bundeswehr nutzt bereits Matrix/Element, und weitere Behörden folgen. Betrieb, Federation und Integration sind Dienstleistungsfelder mit wachsender Nachfrage.

So finden Sie Open-Source-Ausschreibungen

Die systematische Suche nach Open-Source-Ausschreibungen erfordert eine Kombination aus den richtigen Suchbegriffen, den richtigen Plattformen und dem Wissen, welche Auftraggeber den Markt treiben.

Relevante Suchbegriffe:

Die folgenden Begriffe sollten Sie in Ihren Suchprofilen auf Vergabeplattformen hinterlegen:

Relevante CPV-Codes:

Die wichtigsten Auftraggeber:

Kennen Sie die Institutionen, die den Open-Source-Markt in der Verwaltung treiben. Diese Auftraggeber veröffentlichen regelmäßig relevante Ausschreibungen:

Plattformen:

Die Ausschreibungen finden Sie auf den üblichen Vergabeplattformen — TED, evergabe-online.de, den Landesplattformen. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Veröffentlichungsseiten der genannten Auftraggeber, die manchmal Vorinformationen oder Markterkundungen veröffentlichen, bevor die eigentliche Ausschreibung startet.

Die „Open Source First"-Politik: Was sie für Ihre Positionierung bedeutet

Mehrere Bundesländer und der Bund haben eine „Open Source First"-Richtlinie eingeführt oder angekündigt. Das bedeutet: Bei der Beschaffung von Software muss zuerst geprüft werden, ob eine Open-Source-Lösung verfügbar ist. Nur wenn keine geeignete Open-Source-Lösung existiert, darf proprietäre Software beschafft werden.

Für IT-Dienstleister hat diese Politik konkrete Auswirkungen auf die Positionierung:

Wenn Sie bisher auf proprietäre Technologien gesetzt haben, ist jetzt der Zeitpunkt, Open-Source-Kompetenzen aufzubauen. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihre Microsoft- oder SAP-Expertise über Bord werfen müssen — im Gegenteil, Microsoft-Ausschreibungen im Public Sector bleiben ein großer Markt. Aber die Fähigkeit, Open-Source-Alternativen anzubieten und zu bewerten, wird zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.

Wenn Sie bereits Open-Source-Kompetenzen haben, positionieren Sie diese gezielt in Ihren Angeboten. Nennen Sie Ihre Community-Beiträge, Ihre Erfahrung mit Open-Source-Projekten in der Verwaltung, Ihre Referenzen im Betrieb von Nextcloud, Keycloak oder Kubernetes. Diese Kompetenz ist Ihr Differenzierungsmerkmal gegenüber den großen Systemhäusern.

Key Takeaway: Im Open-Source-Markt zählt Kompetenz, nicht Partnerstatus. Während Sie im proprietären Markt einen Gold-Partner-Status bei Microsoft oder SAP brauchen, reicht im Open-Source-Bereich nachweisbare technische Expertise — ein klarer Vorteil für spezialisierte Mittelständler.

Investieren Sie in Zertifizierungen. Auch wenn Open Source keine Herstellerprogramme im klassischen Sinne hat, gibt es anerkannte Zertifizierungen: CKAD und CKA (Certified Kubernetes Administrator), Red Hat Certified Engineer, Linux Professional Institute Certifications. Diese Zertifizierungen werden in Ausschreibungen zunehmend als Eignungskriterium gefordert.

Engagieren Sie sich in der Community. Tragen Sie zu Open-Source-Projekten bei, die für die Verwaltung relevant sind. Melden Sie sich auf Open CoDE an. Besuchen Sie Veranstaltungen wie die OSBA-Konferenz oder den Sovereign Cloud Stack Summit. Die Open-Source-Community in der Verwaltung ist überschaubar — Sichtbarkeit und Reputation bauen sich hier schneller auf als im anonymen Markt der großen Beratungshäuser.

Zusammenfassung — Die wichtigsten Erkenntnisse:
- „Open Source First" ist politisches Programm — von Koalitionsvertrag bis Landesstrategie
- Schlüsselprojekte wie openDesk, Phoenix und Open CoDE treiben konkrete Ausschreibungen
- Kleinere Losgrößen und fehlende Herstellerbindung machen den Markt ideal für KMU
- Die wichtigsten Auftraggeber: ITZBund, Dataport, BWI, ZenDiS, FITKO und Landesrechenzentren
- Investieren Sie jetzt in Linux, Kubernetes, Nextcloud und Keycloak — die Nachfrage steigt rapide

Fazit: Open Source in der Verwaltung ist kein Nischenthema mehr

Der Open-Source-Markt in der deutschen Verwaltung wächst — getrieben von politischem Willen, konkreten Migrationsprojekten und dem Ziel digitaler Souveränität. Für mittelständische IT-Dienstleister bietet dieser Markt Chancen, die im proprietären Umfeld so nicht existieren: niedrigere Eintrittsbarrieren, kleinere Losgrößen, Wettbewerbsvorteile durch Spezialisierung.

Die Voraussetzung ist, dass Sie die richtigen Kompetenzen aufbauen und die richtigen Ausschreibungen finden. Linux, Kubernetes, Nextcloud, Keycloak, LibreOffice — das sind die Technologien, die in den kommenden Jahren massiv nachgefragt werden. Und ITZBund, Dataport, BWI und die Landesrechenzentren sind die Auftraggeber, die Sie auf dem Schirm haben sollten.

Der schwierigste Teil ist, wie so oft im Vergabemarkt, das systematische Monitoring der relevanten Ausschreibungen. Denn Open-Source-Ausschreibungen sind nicht immer als solche gekennzeichnet — manchmal versteckt sich das Thema hinter allgemeinen Begriffen wie „IT-Modernisierung" oder „Arbeitsplatzumgebung". Wer hier systematisch sucht statt zufällig zu finden, hat einen entscheidenden Vorsprung.


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