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Öffentliche Ausschreibungen im EU-Ausland — was brauchen Sie?

Wer in den öffentlichen Sektor eines anderen europäischen Landes expandiert, trifft auf eigene Regeln: Portale, Sprachen, Steuer-Registrierungen, e-Signaturen. Der Vergabemarkt-Checker zeigt Ihnen in unter einer Minute, welche rechtlichen, steuerlichen, organisatorischen und sprachlichen Voraussetzungen auf Sie zukommen — für 15 Märkte.

ZiellandSitzLeistungsart

In welches Land möchten Sie expandieren?

Wählen Sie den öffentlichen Vergabemarkt, den Sie prüfen möchten.

So funktioniert der Vergabemarkt-Checker

Drei Schritte, kein Account, keine Bezahlschranke.

1. Zielland wählen

Wählen Sie den Vergabemarkt, in den Sie expandieren möchten — von Österreich bis Irland.

2. Sitz & Leistungsart

Ihr Unternehmenssitz (EU / Schweiz / Nicht-EU) und die Leistungsart bestimmen die konkreten Voraussetzungen.

3. Checkliste erhalten

Sie bekommen sofort eine gegliederte Checkliste — mit Portal, Vergaberecht, Sprache, Steuer und Quelllinks.

Alle 15 Märkte im Überblick

Nationales Vergabeportal, Angebotssprache und geltendes Vergaberecht je Land. Stand: Juli 2026.

LandVergabeportalSpracheVergaberecht
🇦🇹 ÖsterreichANKÖ Vergabeportal (vergabeportal.at)DeutschBundesvergabegesetz 2018 (BVergG 2018)
🇨🇭 SchweizSIMAP (simap.ch)DE / FR / IT — je Verfahren von der Vergabestelle festgelegtBöB (Bund) / IVöB 2019 (Kantone)
🇫🇷 FrankreichPLACE (Staat) + BOAMP & regionale profils d'acheteurFranzösisch (gesetzlich vorgeschrieben, loi Toubon)Code de la commande publique (seit 1.4.2019)
🇳🇱 NiederlandeTenderNed (tenderned.nl)Niederländisch; andere EU-Sprache nur, wenn der Auftraggeber sie zulässtAanbestedingswet 2012
🇧🇪 Belgiene-Procurement: e-Notification + e-Tendering (publicprocurement.be)Regionenabhängig: föderal oft FR/NL, Flandern NL, Wallonie/Brüssel FR, Deutschsprachige Gemeinschaft DE möglichLoi du 17 juin 2016 relative aux marchés publics
🇱🇺 LuxemburgPortail des marchés publics (marches.public.lu)Meist Französisch, teils Deutsch je nach AuftraggeberLoi du 8 avril 2018 sur les marchés publics
🇮🇹 ItalienMePA (unterschwellig, acquistinretepa.it) + fragmentierte PAD-Plattformen (oberschwellig, via ANAC)ItalienischCodice dei Contratti Pubblici — D.Lgs. 36/2023
🇪🇸 SpanienPLACSP (contrataciondelestado.es)Spanisch (regional ggf. Ko-Amtssprache)Ley 9/2017 de Contratos del Sector Público (LCSP)
🇵🇹 PortugalPortal BASE (Transparenz) + Angebot über 5 lizenzierte Plattformen (Vortal, anoGov, acinGov, saphetyGov, comprasPT)Portugiesisch (Pflicht, Art. 58 CCP)Código dos Contratos Públicos (CCP), DL 18/2008 / 111-B/2017
🇵🇱 PolenPlatforma e-Zamówienia (ezamowienia.gov.pl)PolnischPrawo zamówień publicznych (PZP), seit 1.1.2021
🇨🇿 TschechienNEN – Národní elektronický nástroj (nen.nipez.cz)Tschechisch; der Auftraggeber kann eine andere Sprache zulassenZákon č. 134/2016 Sb. o zadávání veřejných zakázek (ZZVZ)
🇩🇰 Dänemarkudbud.dk (Bekanntmachung) + auftraggeberspezifische Systeme (Ethics, Comdia, Mercell, iBinder)Meist Dänisch; größere/grenzüberschreitende Verfahren lassen oft Englisch zuUdbudsloven (Lov nr. 1564 af 15.12.2015)
🇸🇪 SchwedenPrivate annonsdatabaser (Mercell/TendSign, Kommers Annons, e-Avrop)Kein Sprachzwang im Gesetz; der Auftraggeber legt fest (meist Schwedisch)Lag (2016:1145) om offentlig upphandling (LOU)
🇫🇮 FinnlandHilma (hankintailmoitukset.fi, Bekanntmachung) + Drittsystem zur Abgabe (Cloudia/Tarjouspalvelu)Finnisch (zweisprachige Kommunen auch Schwedisch); Englisch nur, wenn zugelassenHankintalaki (1397/2016)
🇮🇪 IrlandeTenders (etenders.gov.ie)EnglischEU (Award of Public Authority Contracts) Regulations 2016 (S.I. 284/2016)

Warum ist die EU-Expansion im öffentlichen Sektor so komplex?

Das EU-Vergaberecht ist über die Richtlinie 2014/24/EU weitgehend harmonisiert: Oberhalb der Schwellenwerte werden Aufträge EU-weit über TED veröffentlicht, EU-Unternehmen dürfen diskriminierungsfrei bieten, die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (ESPD) und die eIDAS-Signatur gelten grenzüberschreitend. So weit die Theorie.

In der Praxis unterscheiden sich die Märkte erheblich: jedes Land hat eigene Vergabeportale (oft mehrere, teils fragmentiert), eigene Angebotssprachen, unterschiedliche Anforderungen an Steuer-Registrierung und lokale Vertreter, eigene Präqualifikationssysteme — und die technische Anerkennung ausländischer e-Signaturen ist ein wiederkehrendes Reibungsthema. Der Checker macht diese Unterschiede sichtbar, bevor Sie Zeit in das erste Angebot investieren.

Für wen ist der Checker gemacht?

Für Unternehmen — insbesondere IT-Dienstleister — aus dem deutschsprachigen Raum, die bereits an öffentliche Auftraggeber verkaufen und ihren Public-Sector-Vertrieb auf weitere europäische Märkte ausweiten möchten. Sitzt Ihr Unternehmen in der EU, greift der volle Marktzugang; für Schweizer und Nicht-EU-Unternehmen gelten abweichende Regeln, die der Checker berücksichtigt.

Ist das eine Rechtsberatung?

Nein. Der Vergabemarkt-Checker ist eine kostenlose Orientierungshilfe auf Basis öffentlicher Quellen (EU-Kommission, nationale Vergabeportale). Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; maßgeblich sind stets die konkreten Ausschreibungsunterlagen. Wenn Sie mehr wollen als eine einmalige Checkliste — laufendes Monitoring passender Ausschreibungen und Unterstützung im Bid-Prozess — schauen Sie sich unsere Pläne an.