Vergabeportale Deutschland: alle Portale für IT-Ausschreibungen auf einen Blick
Deutschland hat kein zentrales Vergabeportal. Bund, EU und alle 16 Bundesländer betreiben eigene Plattformen, dazu kommen überregionale Aggregatoren und hunderte kommunale Systeme. Diese Übersicht bündelt die für IT-Dienstleister wichtigsten Portale — filterbar nach Ebene, Bundesland und IT-Relevanz.
31 Portale
16 Bundesländer
Kosten transparent
31 Portale
BWI Vergabeplattform (vergabeplattform.bwi.de)
IT: Sehr hoch
Bundkostenlos
Vergabeplattform des IT-Systemhauses der Bundeswehr (BWI) mit einem geplanten Volumen von über 5 Mrd. EUR (2024–2030) fast ausschließlich für IT-Leistungen — der IT-lastigste einzelne öffentliche Auftraggeber Deutschlands.
Bieterportal Deutsche Bahn (bieterportal.noncd.db.de)
IT: Hoch
Überregionalkostenlos
Zentrales E-Vergabe-Portal des DB-Konzerns als Sektorenauftraggeber mit erheblichem eigenständigem IT- und Digitalisierungsbedarf; Bekanntmachungen ohne Login sichtbar, Bieteraccount kostenlos.
Unterlagen-Download kostenlos, Premium- und Alert-Dienste kostenpflichtig
Plattform der Administration Intelligence AG (einer der beiden dominanten E-Vergabe-Softwareanbieter neben cosinex/DTVP) — nicht zu verwechseln mit dem Bundesportal evergabe-online.de.
Bieterportal der bundeseigenen PD GmbH (Berater der öffentlichen Hand) — hier laufen große Digitalisierungs- und IT-Projekte für Bund, Länder und Kommunen, die nicht über die regulären Landesportale erscheinen.
Stand Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr — bitte direkt auf den Portalen verifizieren.
Warum es in Deutschland kein zentrales Vergabeportal gibt
Die Fragmentierung der deutschen Vergabelandschaft ist kein Versehen, sondern eine Folge des Föderalismus. Jedes Bundesland hat ein eigenes Landesvergabegesetz, das Schwellenwerte, Verfahrensarten, Fristen und — entscheidend — die Veröffentlichungspflichten regelt. Eine Ausschreibung aus Mecklenburg-Vorpommern landet deshalb auf einer anderen Plattform als eine aus Bayern, auch wenn beide technisch das Gleiche beschaffen. Wer als IT-Dienstleister an öffentliche Auftraggeber verkauft, kommt an dieser Dezentralität nicht vorbei.
Dazu kommt die Ebene der Schwellenwerte: Ausschreibungen über dem EU-Schwellenwert (aktuell 216.000 EUR für Dienstleistungen) müssen EU-weit über TED bekannt gemacht werden. Alles darunter unterliegt nationalem und Landesrecht — mit teils deutlich abgeschwächten Veröffentlichungspflichten. Das erklärt, warum Sie bei identischen Suchbegriffen auf verschiedenen Portalen völlig unterschiedliche Ergebnismengen sehen.
Fünf Portale decken 80 Prozent der IT-Ausschreibungen ab
Niemand muss alle 31 Portale manuell überwachen. Wer pragmatisch startet, kommt mit einer Grundkonfiguration aus fünf Plattformen erfahrungsgemäß an rund 80 Prozent der fachlich relevanten IT-Ausschreibungen heran:
evergabe-online.de — für Bundesvergaben
vergabe.nrw.de — für NRW als größtem Markt
vergabe24.bayern — für Bayern, teilweise auch Baden-Württemberg und Hessen
staatsanzeiger-bw.de — für Baden-Württemberg
TED — für alle EU-weiten Ausschreibungen ab Schwellenwert
Die verbleibenden 20 Prozent verteilen sich auf die anderen Landesportale, regionale Sonderlösungen und kommunale Plattformen. Welche Plattformen im Detail welche Stärken haben, lesen Sie im Beitrag Vergabeplattformen im Vergleich. Die vollständige Aufstellung aller 16 Bundesländer mit Landesvergabegesetzen und Besonderheiten finden Sie im Artikel Vergabeplattformen der Bundesländer.
Der Unterschwellenbereich bleibt der blinde Fleck
Ein relevanter Teil des Umsatzes öffentlicher Auftraggeber läuft im Unterschwellenbereich — und bleibt auf herkömmlichen Vergabeportalen unsichtbar. Eine Kommune, die einen IT-Beratungsauftrag für 80.000 EUR vergibt, muss diesen nicht zwingend online veröffentlichen; die Ausschreibung kann als beschränkte Ausschreibung an wenige eingeladene Anbieter gehen. Der Zugang zu diesen Aufträgen läuft über Präqualifizierungssysteme, Interessensbekundungsverfahren, Referenzlisten und direkte Beziehungen zu den Vergabestellen — nicht über reines Portal-Monitoring.
Häufig gestellte Fragen
Welches Vergabeportal ist das wichtigste in Deutschland?
Für IT-Dienstleister: evergabe-online.de für Bundesvergaben und TED für EU-weite Ausschreibungen. Auf Landesebene ist vergabe.nrw.de das mit dem höchsten Volumen, gefolgt von vergabe24.bayern und staatsanzeiger-bw.de.
Muss ich mich auf jedem Landesportal einzeln registrieren?
Ja, in der Regel schon. Jede Plattform hat eigene Zugangsregeln, eigene Bieterkennungen und eigene Logik für das Herunterladen von Vergabeunterlagen. Einige überregionale Plattformen (vergabe24.de, DTVP) bündeln mehrere Länder unter einem Account.
Werden EU-weite Ausschreibungen auch auf deutschen Portalen veröffentlicht?
Ja. Alle EU-weit ausgeschriebenen Aufträge erscheinen sowohl auf TED als auch auf den nationalen und Landesplattformen. Wer nur TED überwacht, verpasst nichts — aber auch nichts aus dem Unterschwellenbereich.
Was ändert sich mit DÖE und eForms-DE?
Die Datenformate werden einheitlicher, die Filterung präziser, die Migration läuft bis mindestens 2027. Für das tägliche Geschäft ändert sich kurzfristig wenig, langfristig werden Tools mit DÖE-Integration im Vorteil sein.
Wie finde ich Ausschreibungen unter der Schwelle?
Unterhalb 216.000 Euro müssen Ausschreibungen nicht zwingend online veröffentlicht werden. Zugang entsteht über Präqualifizierungssysteme (PQ-VOB), Interessensbekundungsverfahren, direkte Kontakte zu Vergabestellen und durch Listung auf Anbieterverzeichnissen der Behörden. Das ist ein deutlich anderes Geschäft als klassisches Ausschreibungsmonitoring.
Alle Portale automatisch überwachen — statt manuell durchklicken
Tendit überwacht die Bundesland-Plattformen, Bundesportale und überregionalen Aggregatoren automatisch und filtert die Treffer auf IT-Dienstleister vor. Sie sehen nur die Ausschreibungen, die zu Ihrem Profil passen — an einem einzigen Ort. Vier Wochen kostenlos testen, ohne Kreditkarte.